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BaFin: Auslegungs- und Anwendungshinweise zum Geldwäschegesetz

Im Dezember 2018 veröffentlichte die BaFin die endgültige Version der Auslegungs- und Anwendungshinweise zum Geldwäschegesetz, deren Entwurf vom 15.03.2018 bis zum 11.05.2018 zur Konsultation stand. Ihr Ziel ist, die Umsetzung der Vorschriften zur Geldwäscheprävention für die Betroffenen zu erleichtern.

Insgesamt lassen sich u.a. folgende Änderungen gegenüber dem Entwurf feststellen:

  • Verpflichtete (Abschnitt 1.1)
    Bausparkassen werden nun explizit zum Kreis der Kreditinstitute gezählt.
  • Befreiung (Abschnitt 3.2)
    Es ist nun möglich, dass sich die Verpflichteten von der Bestellung eines Geldwäschebeauftragten (GWB) gem. § 7 Abs. 2 GWG befreien lassen, wenn das Unternehmen weniger als 15 Mitarbeiter und nicht wie im Konsultation weniger als 10 Mitarbeiter beschäftigt.Ebenso können ausnahmsweise Mitglieder der Leitungsebene zu Geldwäschebeauftragten beauftragt werden, wenn weniger als 15 Mitarbeiter (Vollzeitadäquate) beschäftigt werden unter der Voraussetzung, dass kein geeigneter Mitarbeiter unterhalb der Leitungsebene zur Verfügung steht.
  •  Auslagerung (Abschnitt 3.2 und 3.10)
    Es wird klargestellt, dass die Wahrnehmung von Aufgaben durch eine ausländische Muttergesellschaft oder eine Hauptniederlassung eine Auslagerung darstellt.Für die Auslagerung von internen Sicherungsmaßnahmen ist die Zustimmung der BaFin nicht erforderlich, es wird nur eine Anzeige verlangt. Die Auslegungs- und Anwendungshinweise verlangen, dass die Anzeige rechtzeitig, d.h. mindestens 2 Wochen vor Beginn der geplanten Auslagerung erfolgt.

    Es wird weiterhin klargestellt, dass zur Auslagerung der internen Sicherungsmaßnahmen auch die Auslagerung der Funktion des Geldwäschebeauftragten oder dessen Stellvertreter zählen.

  • Aktualisierungspflicht (Abschnitt 5.5.2)
    Die Perioden, in denen Aktualisierungsmaßnahmen stattfinden müssen, wurden gegenüber dem Entwurf wie folgt verlängert: Aktualisierung muss aufgrund der Risikoanalysebei einem geringen Risiko – spätestens nach 15 Jahren
    bei einem normalen Risiko – spätestens nach 10 Jahren
    bei einem hohen Risiko – spätestens nach 2 Jahren

    erfolgen.

  • Verdachtsmeldung (Abschnitt 10)
    Die Erläuterungen zu den Verdachtsmeldung gem. § 43 Abs. 1 S. 1 GWG enthalten in der finalen Fassung nun einen Hinweis auf den aktuellen Beschluss des OLG vom 10. April 2018 (2 Ss-OWi 1059/17). Danach muss im Hinblick auf das Unverzüglichkeitsgebot eine einer internen Meldung vorgelagerte Beurteilung von Sachverhalten durch die Beschäftigten ebenfalls ohne schuldhaftes Zögern erfolgen.

Vor dem Hintergrund der am 09. Juli 2018 in Kraft getretenen 5. Geldwäscherichtlinie und deren Umsetzung ins deutsche Recht ist mit einer weiteren Aktualisierung und Anpassung dieser Auslegungs- und Anwendungshinweise zu rechnen.

 

Abwicklungsmechanismus: BaFin veröffentlicht Merkblatt zu § 60a SAG.

Mit Datum vom 21.12.2018 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) ein Merkblatt zu § 60a Sanierungs- und Abwicklungsgesetz (SAG) erlassen. Die Abwicklungsbehörde ist berechtigt, bei Instituten in finanziellen Schwierigkeiten die Aussetzung von Beendigungsrechten und sonstigen vertraglichen Rechten der Gegenparteien des betroffenen Instituts anzuordnen. Schwierig wird es aber, wenn Finanzkontrakte im Spiel sind, die entweder dem Recht eines Drittstaats unterliegen oder deren Gerichtsstands sich in einem Drittstaat befindet, da die Anordnung der BaFin nicht notwendigerweise von ausländischen Gerichten anerkannt wird. Deshalb verpflichtet § 60a SAG Institute oder gruppenangehörige Unternehmen für solche Fälle, die Anerkennung der Aussetzung von Beendigungssrechten und sonstigen vertraglichen Rechten gem. §§ 82 – 84, 144 Abs. 3 und § 169 Abs. 5 Nr. 3 und 4 SAG durch ihre Gegenparteien vertraglich sicherzustellen. Eine Auslegungshilfe rund um die häufigen Fragen bzgl. § 60a SAG sowie seiner detaillierten Auslegung bieten das Merkblatt der BaFin vom 21.12.2018 (DE/EN) sowie die als Anlage angefügte Mustertabelle (DE/EN).

CFDs weiter im Fokus: ESMA und BaFin schränken Vermarktung, Vertrieb und Verkauf an Kleinanleger ein

Am 19. Dezember 2018 teilte die ESMA mit, dass sie bereits angeordneten Einschränkungen für den Verkauf von CFDs an Kleinanleger zum zweiten Mal für weitere drei Monate mit Wirkung ab dem 01. Februar 2019 verlängert. Die erste Anordnung der Einschränkung mit Wirkung ab dem 01. August 2018 erfolgte am 01. Juni 2018 und die zweite am 28. September 2018 mit Wirkung ab dem 01. November 2018.

Am 20. Dezember 2018 startete auch die BaFin die Konsultation über den Entwurf der Allgemeinverfügung, die die Aufsichtsanforderungen bzgl. CFDs auf nationaler Ebene näher konkretisiert und die Allgemeinverfügung gem. § 4b Abs. 1 WpHG bzgl. CFDs vom 08.05.2017 ersetzen soll, deren Wirkung gemäß Art. 40 Abs. 7 MIFIR hinter der ESMA-Maßnahme zurückgetreten ist. Der neue Entwurf der Allgemeinverfügung ist eine Maßnahme gem. Art. 40 Abs. 2 MiFIR und geht über die bisherige Allgemeinverfügung hinaus. Stellungnahmen zu dem Entwurf können bis zum 10. Januar 2019 abgegeben werden.

Im Vordergrund der genannten Maßnahmen steht eine weitere Intensivierung des Anlegerschutzes. CFDs gelten wegen ihres unkalkulierbaren Verlustrisikos und ihrer besonderen Komplexität als besonders gefährlich für die Kleinanleger. Um diesen Gefahren entgegenzuwirken, ordnet die ESMA Leverage-Beschränkungen und ein Nachschussverbot an. Zu den weiteren Maßnahmen gehört eine standardisierte Risikowarnung sowie eine Einschränkung der Incentives (Anreize) zum Handel mit CFDs.

 

BaFin: Aufsichtsschwerpunkte 2019 veröffentlicht

Am 18.12.2018 hat die BaFin die Schwerpunkte ihrer Aufsicht in den Bereichen Bankenaufsicht, Wertpapieraufsicht, Versicherungsaufsicht und Abwicklung für das kommende Jahr 2019 veröffentlicht, um ihr Aufsichtshandeln transparent zu halten.

Ausgehend von ihren zentralen Aufgaben als Aufsichtsbehörde, die Funktionsfähigkeit, Stabilität und Integrität des deutschen Finanzplatzes zu sichern, hat die BaFin insbesondere die Digitalisierung als ein zentrales Thema der Aufsicht bestimmt. Konkrete Maßnahmen und Initiativen sollen sich vor allem damit befassen, wie aufsichtlich und regulatorisch mit den Marktveränderungen umzugehen ist, welche durch die Digitalisierung ausgelöst werden, und andererseits damit, wie sichergestellt werden kann, dass die innovativen Technologien und IT-Systeme sowie Daten, die bei den beaufsichtigten Unternehmen genutzt werden, sicher sind. Diese Handlungsfelder sollen im Jahr 2019 unmittelbar in die Aufsicht einfließen und sich auch in den Aufsichtsschwerpunkten der Geschäftsbereiche widerspiegeln.

Als weiteres Schwerpunktthema für sämtliche Geschäftsbereiche hat die BaFin den Brexit fokussiert. Es sollen insbesondere Maßnahmen für den Umgang mit den Konsequenzen aus dem Wegfall des EU-Passes, die Regelungen zur Fortsetzung der Zusammenarbeit mit den UK-Aufsichtsbehörden, die Sicherstellung des Verbraucherschutzes sowie die Aufrechterhaltung und Intensivierung der (öffentlichen) Kommunikation zum Thema Brexit ergriffen werden.

Für das Jahr 2019 hat die Bankenaufsicht der BaFin gemeinsam mit der Deutschen Bundesbank bezogen auf die weniger bedeutenden Institute (Less Significant Institutions – LSIs) in Deutschland als wesentliche Risiken die Ertragsrisiken, Zinsrisiken, Digitalisierungs-/IT-Risiken, Kreditrisiken (darunter Entwicklungen im Immobiliensektor), Länderrisiken sowie Rechts- und Reputationsrisiken aufgezeigt. Daraus resultierend wurden für das Jahr 2019 als aufsichtliche Schwerpunkte der Bankenaufsicht die Durchführung von LSI-Stresstests 2019 mit Überprüfung der Auswirkungen auf die Ertragslage und die Zinsänderungsrisiken sowie die Prüfung von IT-Systemen und der dazugehörigen IT-Prozesse festgelegt.

Als Schwerpunkte der Wertpapieraufsicht für das Jahr 2019 hat die BaFin unter anderem die Überprüfung der Umsetzung von MiFID II/MiFIR und der PRIIPs-Verordnung, die Vorbereitung zur Umsetzung der EU-Prospektverordnung sowie den Umgang mit neuen Gestaltungen von Instrumenten im Kapitalmarkt, wie z. B. ICO oder STO, hervorgehoben.

Die Auswahl der Schwerpunkte konzentriert sich naturgemäß auf Themen, die sich aus der täglichen operativen Aufsicht ergeben, die BaFin erfasst aber ferner Aspekte, die für den jeweiligen Aufsichtsbereich regulatorisch oder strategisch von besonderer Bedeutung sind. Soweit erforderlich, nimmt die BaFin Änderungen bei den gewählten Schwerpunkten vor.

Die Meldung der BaFin ist unter hier abrufbar.