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Basel IV-Rahmenwerk: Überarbeitungen der Leverage Ratio

Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (Basel Committee on Banking Supervision) hat mit einem im Oktober 2018 veröffentlichten Konsultationspapier (Leverage ratio treatment of client cleared derivatives) einige Änderungen zu bestimmten Aspekten des Umfangs der Leverage Ratio vorgeschlagen. Die Leverage Ratio hatte bereits im Basel IV-Rahmenwerk aus dem Dezember 2017 (Basel III: Finalising post-crisis reforms) wesentliche Überarbeitungen erfahren. Die nun unterbreiteten Änderungen betreffen die Erfassung derjenigen Margen, welche die Banken aufgrund von Clearing-Dienstleistungen für Kunden erhalten, durch Reduzierung der zur Leverage Ratio zugehörigen „Exposure measure„-Komponente, welche gemäß Abs. 20 bis 59 im Abschnitt „Leverage ratio“ des Basel IV-Rahmenwerks ermittelt wird. Diese Änderungen wurden vorgebracht, um auf die anhaltenden Bedenken einzugehen, dass sich die Leverage Ratio im Hinblick auf die Anreize für Banken, Clearing-Dienstleistungen bei Derivategeschäften für Kunden anzubieten, nachteilig ausgewirkt hat. Die Leverage Ratio war eine entscheidende Komponente bei der Verschärfung der Kapitalausstattung von Banken, die durch das Basel III-Rahmenwerk nach der Finanzkrise festgelegt wurde (welches in der EU mittels der CRR und CRD IV umgesetzt wurde).

Die Autoren Azad Ali, Chris Hobson und Steven Burrows haben im Rahmen eines ausführlichen Briefing die Veröffentlichung des aktuellen Konsultationspapiers zum Anlass genommen, um eine umfassende Analyse der Leverage Ratio aufgrund der Regelungen von Basel IV zu erstellen, und dabei die wichtigsten Auswirkungen für Banken aufzuzeigen, zusätzlich zu Clearing-Dienstleistungen für Kunden. Außerdem sind die Bereiche Wertpapierfinanzierungsgeschäfte und Verbriefungspositionen von den Änderungen betroffen. Schließlich befassen sich die Autoren mit den bestehenden Bedenken hinsichtlich einer Aufsichtsarbitrage zwischen Rechtsordnungen, in denen eine vierteljährliche Berichtspflicht vorgeschrieben ist, und solchen, in welchen eine tägliche Durchschnittsberechnung erforderlich ist. Für die größten Banken führt die Umsetzung eines zusätzlichen Puffers zur Leverage Ratio zu zusätzlichen Kapitalbeschränkungen, insbesondere in Verbindung mit den Anforderungen an die Gesamtverlustabsorptionsfähigkeit (Total Loss-Absorbing Capacity). Letztere ergeben sich aus einem vom Finanzstabilitätsrat (Financial Stability Board) im November 2015 herausgegebenen Termsheet (Total Loss-Absorbing Capacity (TLAC) Principles and Term Sheet), wodurch zum 1. Januar 2019 eine TLAC-Mindestanforderung einführt wird.

Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht nimmt Stellungnahmen noch bis zum 16.01.2019 entgegen.

Den Link zum ausführlichen Briefing von Azad Ali, Chris Hobson und Steven Burrows finden Sie hier: Basel IV Framework: Revisions to the Leverage Ratio.